Grundwassergewinnung in hartem Terrain
Brunnenbohrung im Festgestein dienen der Erschließung von Grundwasser, das sich in den Klüften zwischen den verschiedenen Gesteinsschichten befindet. Sie werden in der Regel nur dann durchgeführt, wenn ein ausreichend ergiebiger Lockergesteins-Grundwasserleiter nicht aufgeschlossen werden kann. In der Region Köln-Bonn ist dies u.a. in weiten Teilen des Bergischen Landes, des Westerwalds oder der Eifel der Fall.
Verfahren der Brunnenbohrung im Festgestein
In Festgestein kommen verschiedene Bohrverfahren zum Einsatz, die speziell auf die harten Bedingungen ausgelegt sind:
- Spülbohrung
- Festgestein wird mittels eines Stufen-, Rollen- oder Diamantmeißels drehend gelöst und in der Spülflüssigkeit zu Tage transportiert.
- Ermöglicht präzise Bohrungen und hohe Bohrtiefen sowie große Durchmesser.
- Imlochhammerbohrung
- Zertrümmern des Gesteins durch Schlag- und Drehbewegung.
- In Grundwasserleitern nur begrenzt einsetzbar.
- Kommt vorwiegend bei sehr festen Gesteinsformationen wie z.B. Granit zum Einsatz.

Wahl des Bohrverfahrens:
Die Auswahl des Bohrverfahrens hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel:
- Art des Festgesteins: Härte, Struktur, Klüftung.
- Gewünschte Brunnentiefe: Tiefe des Grundwasserleiters.
- Bohrlochstabilität: Standfestigkeit des Festgesteins.
Brunnenausbau
Nach der erfolgreichen Bohrung erfolgt der Ausbau des Brunnens. Um ein Eindringen von Gesteinsbrocken und Verunreinigungen in den Brunnen zu verhindern, werden spezielle Brunnenrohre und Filter eingesetzt. Die Auswahl der Rohrmaterialien und Filtertypen richtet sich nach den geologischen Bedingungen und der Grundwasserqualität sowie der geplanten Pumpentechnik.
Herausforderungen der Brunnenbohrungen im Festgestein
- Harte und abrasive Gesteine
- Erhöhter Verschleiß der Bohrwerkzeuge und Verlängerung der Bohrzeit.
- Geringere Durchlässigkeit
- Grundwasserleiter in Festgestein sind oft weniger ergiebig als solche im Lockergestein.
- Höhere Kosten
- Aufwändigere Bohrverfahren und materialspezifische Anforderungen führen in der Regel zu relativ hohen Kosten.
Vorteile der Brunnenbohrungen im Festgestein
- Grundwasserqualität
- Festgestein wirkt als natürlicher Filter und bietet daher oft sauberes und geschütztes Grundwasser.
- Langfristige Nutzung
- Brunnen in Festgestein sind stabil und langlebig.
Fazit
Brunnenbohrungen im Festgestein ermöglichen die Erschließung von Grundwasser auch in Regionen, die keine ausreichenden Ressourcen im Lockergestein bieten. Die Wahl des geeigneten Bohrverfahrens, eine sorgfältige Planung und die Verwendung hochwertiger Materialien sind entscheidend für den Erfolg und die Wirtschaftlichkeit einer Brunnenanlage im Festgestein.
Weitere externe Informationen
Auf den Seiten des Geologischen Dienstes NRW finden Sie weitere Informationen zur Bodenbeschaffenheit, Grundwasser aber auch zum Thema Erdwärme.
