Mit Brunnenbohrungen Grundwasser erschließen in sandigen und kiesigen Sedimenten
Brunnenbohrung im Lockergestein dienen der Erschließung von Grundwasser in geologischen Formationen, die aufgrund ihrer hohen Porosität und Durchlässigkeit günstige Bedingungen für die Grundwassergewinnung bieten. Solche Formationen sind z.B. die Rheinterrassen der Köln-Bonner Bucht mit ihren mächtigen Kiessand-Schichten.
Verfahren der Brunnenbohrung
Im Lockergestein kommen unterschiedliche Bohrverfahren zum Einsatz, die sich in ihrer Funktionsweise und Eignung für verschiedene Gegebenheiten unterscheiden:
Spülbohrung
- Setzt in der Regel eine zusätzliche Schutzverrohrung voraus.
- Wasser oder Luft wird als Spülmedium verwendet, um das Bohrklein aus dem Bohrloch zu fördern und den Bohrfortschritt zu unterstützen.
- Für Bohrungen in Kiesen und Sanden in der Regel eher ungeeignet. Ausnahme: sehr große Bohrtiefen oder -durchmesser.
Lufthebebohrung
- Ähnlich dem Direktspülverfahren, jedoch ohne Wasserzusatz.
- Luftdruck befördert das Bohrklein und kühlt gleichzeitig die Bohrmeißel.
- Geringerer Wassereinsatz und somit umweltschonender.
Trockenbohrverfahren mit Hohlbohrschnecken
- Bei nicht standfesten Bodenverhältnissen, in der Regel bei Bohrtiefen bis ca. 40m und Ausbaudurchmessern bis DN 125.
- Das Bohrwerkzeug dient zugleich als Schutzverrohrung, die ein Zusammenfallen des Erdreichs verhindert.
- Sinnvoll ist der Einsatz wiedergewinnbarer Bohrkronen, die gewechselt und so an die jeweilige Geologie angepasst werden können.
Verrohrte Brunnenbohrung
- In der Regel bei Bohrungen mit großen Ausbaudurchmessern.
- In einer Schutzverrohrung wird mit verschiedenen Werkzeugen das Bohrgut gelöst und nach oben transportiert. Dies ermöglicht einen sehr präzisen Einblick in die geologische Schichtenabfolge.
- Das Verfahren ist deutlich aufwendiger als die Bohrung mit Hohlbohrschnecken.
Imloch – Hammerbohrung
- Zertrümmern harter Gesteinsschichten im Lockergestein.
- Verwendung eines Bohrhammers im Bohrloch.
- Ist in der Regel zu aufwendig und kommt bei Bohrungen im Lockergestein nur selten zum Einsatz.

Wahl des Bohrverfahrens
Die Auswahl des Bohrverfahrens hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel:
- Gewünschte Brunnentiefe: Tiefe des Grundwasserleiters.
- Beschaffenheit des Lockergesteins: Korngröße, Festigkeit, Wassergehalt.
- Umweltaspekte: Bohrtiefenbegrenzungen, Anforderungen an Spülungszusätze, Auflagen zum Grundwasser- oder Bodenschutz.
- Gewünschter Ausbaudurchmesser und geplante Pumpenleistung.
Nach der Brunnenbohrung folgt der Brunnenausbau
Nach der erfolgreichen Bohrung erfolgt der Ausbau des Brunnens. Um ein Eindringen von Lockergestein und Verunreinigungen in den Brunnen zu verhindern, werden spezielle Brunnenrohre und Filter eingesetzt. Die Wahl der Rohrmaterialien und Filtertypen richtet sich nach den geologischen Bedingungen und der Grundwasserqualität sowie nach der gewünschten Pumpenleistung.
Vorteile der Brunnenbohrung im Lockergestein:
- Hohe Erfolgsquote: Im Lockergestein lassen sich die Wasserstände in der Regel sehr gut vorhersagen.
- Hohe Wasserausbeuten: Lockergestein ermöglicht hohe Förderraten durch die gute Durchlässigkeit.
- Hohe Wasserqualität: Die Stadt Köln etwa bezieht ihr Trinkwasser aus den Kiessanden der Niederterrasse des Rheins.
Fazit
Brunnenbohrungen im Lockergestein bieten in der Region Köln-Bonn in der Regel eine effektive Möglichkeit, Grundwasser für private und gewerbliche Zwecke zu erschließen. Die Auswahl des geeigneten Bohrverfahrens und eine fachgerechte Brunnenausführung sind entscheidend für den Erfolg und die Nachhaltigkeit der Brunnenanlage.
Weitere externe Informationen
Auf den Seiten des Geologischen Dienstes NRW finden Sie weitere Informationen zur Bodenbeschaffenheit, Grundwasser aber auch zum Thema Erdwärme.
Wasserrecht
Bohrverfahren gemäß DVGW W120-1
Beispielbilder
Dokumentations
